Hallo liebe Ladegutbastler, heute möchte ich zeigen, wie ich meinen Schienenwagen von Schnellenkamp beladen habe. Ein typisches Ladegut für diese Wagengattung sind alle möglichen Arten von langen Metallprofilen. So z.B. auch Stabstahl, also massive Stahlstangen, wie sie in unterschiedlichen Abmessungen und Durchmessern von den Walzwerken an die weiterverarbeitende Industrie oder ans Baugewerbe geliefert werden. Das kann dann so aussehen:
Die Herstellung ist kinderleicht und kostet so gut wie nichts. Es handelt sich dabei um - jawohl: Spaghetti.
Ich habe die Spaghetti zu je 20 Stück zusammengeklebt. Dazu habe ich sie zwischen zwei Holzleisten locker fixiert, damit sie nicht auseinanderfallen, und sie dann mit Sekundenkleber beträufelt.
Nachdem alles schön fest war, habe ich die so entstandenen "Pakete" matt silbern lackiert. Ich habe dazu Ofenrohrlack aus der Sprühdose verwendet, da hatte ich noch einen Rest von übrig. Nach dem Trocknen wurde das dann mattschwarz eingenebelt, also wiederholte, kurze "Schüsse" aus der Spraydose und aus relativ großer Entfernung, so dass sich nur ein leichter Farbnebel auf das Objekt hinuntersenkt. Das habe ich ein paarmal vorsichtig wiederholt, bis mir das Ergebnis zusagte.
Zum Schluss wird jedes Bündel noch mit drei Schlingen aus Gummilitze zusammengebunden, und damit ist die Ladung auch schon fertig.
Ich habe sechs solche Stabstahlbündel hergestellt, die einfach auf die Ladefläche gelegt werden und keine besondere Befestigung benötigen. Das Ladegewicht des Wagens würde übrigens auch für zwei oder drei weitere Bündel locker ausreichen, aber mir gefiel es so. Da hat der Kunde eben nur 120 Stäbe bestellt, auch wenn der Wagen noch mehr hätte fassen können.
Zu den Vorteilen dieser Spaghettiladung gehört neben dem günstigen Preis (das Pfund kostet weniger als einen Euro und diese Menge reicht für drei bis fünf Wagen aus, wenn man den Rest nicht lieber verspeist
) auch der Umstand, dass die Länge der Stäbe von Natur aus passt. Es muss also nichts geschnippelt oder zersägt werden - was bei dem Material freilich auch schwierig wäre. Damit ist zugleich der Nachteil der Bruchempfindlichkeit angesprochen, wobei die zusammengeklebten Pakete allerdings deutlich robuster sind als einzelne Nudeln. Beim Hantieren ist dennoch Vorsicht geboten, besonders wenn der Wagen beladen zugestellt und leer wieder abgezogen wird und die Ladung daher nicht dauerhaft auf dem Waggon verbleiben kann.
Solltet ihr jetzt auf den Geschmack gekommen sein, wünsche ich guten Appetit,
Eugen