Es ist angerichtet - Basteltipp Ladegut Stabstahl

  • Hallo liebe Ladegutbastler, heute möchte ich zeigen, wie ich meinen Schienenwagen von Schnellenkamp beladen habe. Ein typisches Ladegut für diese Wagengattung sind alle möglichen Arten von langen Metallprofilen. So z.B. auch Stabstahl, also massive Stahlstangen, wie sie in unterschiedlichen Abmessungen und Durchmessern von den Walzwerken an die weiterverarbeitende Industrie oder ans Baugewerbe geliefert werden. Das kann dann so aussehen:


    s01.jpg


    Die Herstellung ist kinderleicht und kostet so gut wie nichts. Es handelt sich dabei um - jawohl: Spaghetti.


    s02.jpg


    Ich habe die Spaghetti zu je 20 Stück zusammengeklebt. Dazu habe ich sie zwischen zwei Holzleisten locker fixiert, damit sie nicht auseinanderfallen, und sie dann mit Sekundenkleber beträufelt.


    s03.jpg


    Nachdem alles schön fest war, habe ich die so entstandenen "Pakete" matt silbern lackiert. Ich habe dazu Ofenrohrlack aus der Sprühdose verwendet, da hatte ich noch einen Rest von übrig. Nach dem Trocknen wurde das dann mattschwarz eingenebelt, also wiederholte, kurze "Schüsse" aus der Spraydose und aus relativ großer Entfernung, so dass sich nur ein leichter Farbnebel auf das Objekt hinuntersenkt. Das habe ich ein paarmal vorsichtig wiederholt, bis mir das Ergebnis zusagte.


    s04.jpg


    Zum Schluss wird jedes Bündel noch mit drei Schlingen aus Gummilitze zusammengebunden, und damit ist die Ladung auch schon fertig.


    s05.jpg


    Ich habe sechs solche Stabstahlbündel hergestellt, die einfach auf die Ladefläche gelegt werden und keine besondere Befestigung benötigen. Das Ladegewicht des Wagens würde übrigens auch für zwei oder drei weitere Bündel locker ausreichen, aber mir gefiel es so. Da hat der Kunde eben nur 120 Stäbe bestellt, auch wenn der Wagen noch mehr hätte fassen können.


    s06.jpg


    Zu den Vorteilen dieser Spaghettiladung gehört neben dem günstigen Preis (das Pfund kostet weniger als einen Euro und diese Menge reicht für drei bis fünf Wagen aus, wenn man den Rest nicht lieber verspeist ;) ) auch der Umstand, dass die Länge der Stäbe von Natur aus passt. Es muss also nichts geschnippelt oder zersägt werden - was bei dem Material freilich auch schwierig wäre. Damit ist zugleich der Nachteil der Bruchempfindlichkeit angesprochen, wobei die zusammengeklebten Pakete allerdings deutlich robuster sind als einzelne Nudeln. Beim Hantieren ist dennoch Vorsicht geboten, besonders wenn der Wagen beladen zugestellt und leer wieder abgezogen wird und die Ladung daher nicht dauerhaft auf dem Waggon verbleiben kann.


    s07.jpg


    s08.jpg


    Solltet ihr jetzt auf den Geschmack gekommen sein, wünsche ich guten Appetit,

    Eugen

  • Hallo zusammen,


    bei mir sind nun auch zwei Schienenwagen angekommen.


    Hier gibt es einen Artikel zur Verbesserung der Modelle:


    Schienenwagen in Schön — 1durch45
    Den Schienenwagen von Schnellenkamp kann man mit wenig Aufwand mit neuen Puffern und Alterung deutlich aufhübschen.
    www.1durch45.de


    An den Echtholz-Ladeschwellen hätte ich auch Interesse :/


    Die Wagen werden nun wahrscheinlich auch dazu führen, dass ich mich doch von den Lenz-Weichen trennen werde, da die Waggons darin fast überpuffern.


    Der Waggon mit den Diamond-Drehgestellen ist sehr leicht. Da muss definitiv eine schwere Ladung drauf. Die Wagen haben laut Anschriften eine maximale Zuladung von ca. 36,5 Tonnen. Über das Metergewicht einer Schiene kann man relativ einfach ausrechnen, wie viele Schienen verladen werden können. S49 (Code 143) hat ein Metergewicht von 49 kg. Es lässt sich also im Vorbild ca. 744 Meter Schiene, im Modellmaßstab 1:45, also 16,5 Meter darauf transportieren :whistling:


    Sven

  • Die Wagen werden nun wahrscheinlich auch dazu führen, dass ich mich doch von den Lenz-Weichen trennen werde, da die Waggons darin fast überpuffern.

    An welche Weichen denkst du da?


    Gruß

    Djordje

    Ein Nietenzähler zählt nicht jede Niete, er hat nur den Anspruch bestmöglich das Vorbild wiederzugeben.

  • Die Wagen werden nun wahrscheinlich auch dazu führen, dass ich mich doch von den Lenz-Weichen trennen werde, da die Waggons darin fast überpuffern.

    An welche Weichen denkst du da?


    Gruß

    Djordje


    Djordje, z.B. diese:


    Weichenbausatz EW190-1:9 DB
    Mit diesem Weichenbausatz bauen Sie ein exakt maßstäbliches, vollständiges und in allen Teilen nachgebildetes Modell einer 1:9 Weiche mit 190 m Radius…
    wenz-modellbau.eshop.t-online.de


    Sven

    ... baut DRG / DB in Epoche II - IV & Nordamerika

  • z.B. diese:

    Uff, das willst du dir ernsthaft antun? Such doch besser im FREMO nach Weinert Weichen - wenn es eine 190 1:9 sein soll - da kriegst gewiss nen Bausatz.


    Schlanke, zeitgemäße Weichen in Spur 0 sind schon echt ein Problem. Deswegen war ich neugierig, was dir so im Sinn schwebt.


    Gruß

    Djordje

    Ein Nietenzähler zählt nicht jede Niete, er hat nur den Anspruch bestmöglich das Vorbild wiederzugeben.

  • Hallo Eugen!

    Vielleicht passt noch mehr drauf, aber hast du mal das Gewicht geprüft. Ich denke da dürfte nicht mehr viel Luft bestehen...

    P.s. ... nur ein Gefühl... :/ :)

    VG, Moritz

    Hallo Moritz,

    ja, das habe ich schon geprüft. Was ich aber nicht bedacht habe: es kommt hier buchstäblich auf den Zehntelmillimeter an. Sind die Spaghetti 1,1 mm dick, ist alles ganz locker im grünen Bereich. Sind's aber stattdessen 1,3 mm, wird's schon verflucht eng - und so genau habe ich nicht gemessen. Ich habe bei der Berechnung einen Durchmesser von 5 cm und eine Stablänge von 12 m zugrunde gelegt und bin damit auf ein Gewicht von ca. 22 t gekommen, also vollkommen unkritisch. Allerdings hat es dramatische Auswirkungen, wenn man nicht von 5, sondern von 6 cm Querschnitt ausgeht. Das Gewicht erhöht sich dann auf sage und schreibe 38 Tonnen, und das ist sogar schon etwas zu viel für den Wagen! Ich hätte nicht gedacht, dass so ein kleiner Unterschied so große Auswirkungen hat, und werde daher sicherheitshalber ein Bündel Stäbe wieder runter nehmen.


    Vielen Dank für den Hinweis, der mir Anlass für hochinteressante Betrachtungen war,

    Eugen

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!